Durlach: Brunnenhaus

Brunnenhaus nach den Plänen von Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe-Durlach

Aufmerksam verfolgt die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Stadtbild, dass der schändliche Zustand des Brunnenhauses an der Badener Straße ins Gespräch kommt. Dessen Sanierung durch die Stadt war übrigens schon vor einigen Jahren in der Presse angekündigt worden, aber außer der Entfernung von schnell nachgewachsenem Unkraut in den Fugen des mit großen Steinplatten gedeckten Daches tat sich damals nichts.

Es handelt sich beim Brunnenhaus nicht um irgend ein sekundäres Durlacher Baudenkmal, sondern um ein wichtiges Zeugnis der Karlsruher Stadtgeschichte. 1822–24 errichtet nach Plänen von Friedrich Weinbrenner, war es ein wichtiges Element der neuen Wasserversorgung der Residenz. Im Innern sammelt sich noch heute in einem großen Becken unter einem monumentalen Tonnengewölbe das Hangwasser des Geigerbergs, das dann von dort in den Durlacher Wasserturm an der Pfinztalstraße und dann über eine von Johann Gottfried Tulla berechnete gusseiserne Leitung entlang der Durlacher Allee nach Karlsruhe geleitet wurde, um die neuen öffentlichen Brunnen auf dem Rondell-, Lidell- und Ludwigsplatz zu speisen, die im gleichen Zug errichtet wurden. Das Brunnenhaus lieferte auch das Wasser für den wieder aufgestellten Ludwigsbrunnen auf dem Marktplatz.


Hier ein Text von Dr. Gerhard Kabierske über das Weinbrennersche Brunnenhaus, der 2014 im „Blick in die Geschichte“ als Beilage zur Stadtzeitung im Vorfeld der großen Weinbrenner-Ausstellung in Karlsruhe erschien.